Startseite
Meine Katzen
Klepzig - mein Heimatort
über mich selbst
Hobbys
Beruf
Arbeit in der Gemeindevertretung
Radiomoderator im Internet
Abenteuer Photovoltaik
Gästebuch
neu
Impressum


Nunmehr im 32`ten Jahr bin ich im Polizeidienst tätig.

Nie hätte ich daran gedacht, dass dies ein mal mein Lebensberuf sein wird. Eigentlich habe ich eine DDR-typische Karriere.

Nach Abschluß der Berufsausbildung ging ich 1975 für drei Jahre zur NVA.Im Anschluß an den Wehrdienst "bekniete" man mich so lange, bis ich einwilligte, mal bei der "Volkspolizei" zu schnuppern. Daraus wurden mittlerweile über 31 Jahre. Bereut habe ich es nie. Es war eine politisch sehr bewegte Zeit. In der Endphase der DDR wurde der Widerspruch zwischen ideologischem Anspruch und gesellschaftlichem Sein immer augenfälliger. Die Spannungen traten immer deutlicher und schmerzhafter zu Tage. Es wurde immer schwieriger, auch gerade in Führungsfunktionen, die ich inzwischen erklommen hatte, vor sich selbst ehrlich zu bleiben.

Der Herbst 89 veränderte die Lage im Land fundamental. In dieser Umbruchszeit Polizist zu sein, war besonders schwierig. Bisher für allgemeingültig und für ewig gültig gehaltene  "Wertmaßstäbe" waren nichts mehr Wert.

Die Ungewißheit über die eigene berufliche Zukunft belastete zusätzlich.

Überall begegnete man dem Neuen, Ungewissen und auch teilweise Furchteinflössenden. Alle gesellschaftlichen Strukturen und Instanzen waren quasi nicht mehr existent. In diesem Nichtmehr- und Nochnichtsein, hatten wir jeden Tag für Recht und Ordnung zu sorgen. Vielmehr als eine Paperbackausgabe des Straftgesetzbuches und der Strafprozessordnung hatten wir nicht zur Hand.

Übergergeordnete Führungsinstanzen auch innerhalb der Polizei waren in Agonie, zerschlagen, oder noch nicht reorganisiert - jedenfalls nicht praxiswirksam. Es herrschte Basisarbeit pur.

Im Rückblick betrachtet, war  dies eine der aufregensten und gleichzeitig der schönsten Zeiten in meiner beruflichen Praxis.

In dem Maße, wie sich übergeordnete Leitungsstrukturen wieder etablierten und festigten, wuchs auch die Fülle von Vorschriften und formellen Anweisungen. Die Bürokraten hatten das Heft wieder in der Hand.

Die Zeiten des "Wilden Ostens" waren zu Ende und auch in die letzten Amtstuben war bundesrepublikanischer Alltag und damit Normalität eingetreten.


http://www.flickr.com/photos/42710451@N02/